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Offener Dialog bei Psychosebehandlung

In den 80er Jahren erneuerte eine Gruppe progressiver Psychologen und Psychiater im Norden Finnlands die klassische psychiatrische Versorgung schizophrener Patienten. Heraus kam eine Methode, die seit vielen Jahren herausragende Therapieerfolge für Erstpsychosen aufweisen kann: der „Offene Dialog“.

Das Vorgehen ist an sich schnell erklärt: Auf telefonische Anfrage sucht ein interdisziplinäres Therapeutenteam unverzüglich den Klienten auf, der sich in einer psychotischen Krise befindet. Es folgen in der Regel tägliche Besuche überwiegend zuhause, bis die Krise überstanden ist. Eine stationäre Einweisung in die psychiatrische Klinik wird möglichst umgangen, um Isolation und Stigmatisierung zu vermeiden. Neuroleptika werden nur bei Bedarf in geringen Dosen und zeitlich begrenzt gegeben.

Da der Ausbruch einer Psychose in engen Zusammenhang mit emotionalen Problemen in den zwischenmenschlichen Beziehungen gebracht wird, werden die Familie und das soziale Netz des Klienten konsequent in den Behandlungsprozess miteinbezogen. Im „Offenen Dialog“ ist jede einzelne Stimme wichtig, insbesondere die des Klienten selbst. In wertschätzender Atmosphäre werden Beziehungen und Bedürfnisse geklärt und damit gesundheitsfördernde Bedingungen in der häuslichen Umgebung geschaffen. Erst wenn alle Beteiligten auf Augenhöhe gehört worden und miteinander ins Gespräch gekommen sind, können sich tragfähige Lösungen ergeben.

Open Dialogue - Der Film

Die 2011 veröffentlichte 74-minütige Dokumentation „Open Dialogue“ von Daniel Mackler ist eine Collage aus Interviews mit dem ambulanten Behandlungsteam in Tornio, Westlappland, bei der außerdem u.a. der Open-Dialogue-Forscher Prof. Dr. Jaakko Seikkula zu Wort kommt.

Der Filmemacher Daniel Mackler war zehn Jahre als Psychotherapeut in New York tätig, bevor er begann, Filme über die Wirksamkeit alternativer Behandlungsansätze zu drehen, u.a. „Healing Homes“ (2011).

Die Regensburger Diplompsychologin Angela Kreuz hat die Dokumentation „Open Dialogue“ in Kooperation mit dem Filmemacher 2012 Deutsch untertitelt, um die Auseinandersetzung mit dem Offenen Dialog in ihrer Region anzuregen.

Jetzt gibt es den Film in voller Länge kostenlos auf Youtube!
Hinweis von Daniel Mackler: "Ich habe mich entschieden, meine Filmdokumentationen auf Youtube einzustellen, weil ich sie weltweit teilen will. Sie können die DVDs der Filme weiterhin erwerben, wenn Sie möchten, ich will jedoch niemandem den Zugang zu ihren Inhalten mangels Geld verwehren."

Der Trailer

Der Film in voller Länge

Wo wirkt der Vorschlag überwiegend?

  • Wiedererlangung der Gesundheit
  • Strukturelle Verbesserungen im Gesundheitswesen durch interdisziplinäre und institutsübergreifende Kooperationen

In welchem Stadium befindet sich der Vorschlag?

  • Etablierte Maßnahme in Nordfinnland (Westlappland) seit über 25 Jahren, in Deutschland noch wenig bekannt und verbreitet. Das wollen wir ändern.

Worin liegt der konkrete Gesundheitsnutzen?

Die Chancen, dass sich die Betroffenen von einer Psychose wieder komplett erholen, stehen um ein Vielfaches besser, wenn der ganzheitliche Ansatz "Open Dialogue" zur Verfügung steht. Dagegen ist das Risiko einer Chronifizierung hoch, wenn in der Psychiatrie sofort mit hohen Dosen Neuroleptika behandelt wird.

Wodurch werden konkret die Kosten gesenkt?

Durch diese Art der Versorgung fallen nur selten stationäre Aufenthalte an und die Gabe von Medikamenten verringert sich deutlich. Ungefähr 85% der Betroffenen haben fünf Jahre nach dem Auftreten einer Psychose keine Symptome mehr und sind wieder in Beruf oder Schule zurück, statt ihr Leben lang mit einer Behinderung zu kämpfen.

Um diesen Effekt zu erreichen ist zunächst die Weiterbildung der Fachkräfte und der flächendeckende Ausbau von ambulanten Behandlungsteams erforderlich. Das kostet am Anfang vielleicht sogar noch mehr Geld. Aber durch den konsequenten Abbau der stationären Betten und der Reduzierung der Medikamente kann es langfristig zu Kostensenkungen kommen.

Wie geht es weiter?

a) Wie bringen Sie diesen Vorschlag in nächster Zeit voran?
Da der Ansatz in Deutschland noch wenig bekannt ist, biete ich Informationsveranstaltungen an, bei denen der Film "Open Dialogue / Offener Dialog" gezeigt und im Anschluss darüber diskutiert wird.

b) Was wünschen Sie sich von diesem Netzwerk?
Dass es mithilft, diesen an menschlichen Bedürfnissen ausgerichteten, systemischen, aufsuchenden und äußerst effektiven Behandlungsansatz in Deutschland bekannter zu machen.

Links und Unterlagen:

Kontaktdaten der Ansprechpartnerin:

Dipl.-Psych.
Angela Kreuz
E-Mail: mail@angelakreuz.de



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